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  Das Waldbühnenkonzert
7. Juli 2006, in Berlin mit
Placido Domingo, Anna Netrebko, Rolando Villazón
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PROGRAMMABLAUF
Stand: 26.06.2006
ÄNDERUNGEN VORBEHALTEN

1. Semiramide - Ouvertüre Gioacchino Rossini
(1792 - 1868)
2. L'Arlesiana - "E la solita storia"
Plácido Domingo
Francesco Cilea
(1866-1950)
3. Le Mage - 'Ah! Parais! Parais, astre de mon ciel'
Rolando Villazón
Jules Massenet
(1842 - 1912)
4. Gianni Schicchi - "O mio babbino caro"
Anna Netrebko
Giacomo Puccini
(1858 - 1924)
5. Les Pêcheurs de Perles - 'Au fond du temple saint'
Plácido Domingo & Rolando Villazón
Georges Bizet
(1838 - 1875)
6. Carmen - Entr`acte Georges Bizet
(1838 - 1875)
7. Otello - 'Già nella notte densa'
Anna Netrebko & Plácido Domingo
Giuseppe Verdi
(1813 - 1901)
8. Das Land des Lächelns - 'Dein ist mein ganzes Herz'
Anna Netrebko, Plácido Domingo & Rolando Villazón
Franz Lehár
(1870 - 1948)
Pause
9. Donna Diana - Ouvertüre Emil Nkolaus von Reznicek
(1860-1945)
10. 'Júrame'
Rolando Villazón
Maria Grever
(1885 - 1951)
11. Giuditta - 'Meine Lippen, sie küssen so heiß'
Anna Netrebko
Franz Lehár
(1870 - 1948)
12. 'Vurría'
Plácido Domingo
Furio Rendine
(1920 - 1987)
13. 'Non ti scordar di me'
Plácido Domingo & Rolando Villazón
Ernesto de Curtis
(1875 - 1937)
14. La Bohème - O du süßes Mädchen ( O soave fanciulla)
Anna Netrebko & Rolando Villazón
Giacomo Puccini
(1858 - 1924)
15. Cavalleria Rusticana - Intermezzo Pietro Mascagni
(1863 - 1945)
16. West Side Story - 'Tonight'
Anna Netrebko & Rolando Villazón
Leonard Bernstein
(1918 - 1990)
17. Man of La Mancha - 'The Impossible Dream'
Anna Netrebko, Plácido Domingo & Rolando Villazón
Mitchell Leigh
(1876 - 1954)



Puccini für Millionen

Am Vorabend des WM-Finales 1990 in Rom traten "Die Drei Tenöre" erstmals zusammen auf und begründeten eine Legende. Freitag abend kamen erneut die größten Stimmen ihrer Zeit zusammen. Sie gaben gemeinsam ihr Bestes - für eine Revolution reichte es nicht

Richtig küssen darf Anna Netrebko an diesem Freitag abend keiner. Wer sich ihr auch nähert - vor dem finalen Kuß dreht sie sich rasch weg. Schade eigentlich. Dabei sieht die derzeit gefragteste klassische Sängerin, trotz oder wegen einiger neuer Rundungen, wahnsinnig verführerisch aus. Wechselweise in lila glitzernder oder rot-schimmernder Abendrobe mit einem dicken Perlenkollier. Aber selbst die beiden Tenöre von Gottes Gnaden, Plácido Domingo und Rolando Villazón, dürfen die Lippen der Schönen nur aus nächster Nähe betrachten. Es wird gescherzt, gestreichelt, umarmt, gelitten - mehr aber eben nicht.

Mehr aber eben nicht - das könnte auch das Motto des Abends sein, der in der Tradition einer Legende steht. "Die Drei Tenöre" Placido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras läuteten vor 16 Jahren in Rom ein neues Zeitalter der Klassik-Vermarktung ein. Bei der WM in Italien schrieben sie am Vorabend des Endspiels mit ihrem Auftritt Geschichte. Riesige Klassik-Ereignisse außerhalb der Opernhäuser gab es damals in dieser Größenordnung nicht. Einen Tag später wurde Deutschland Weltmeister. Seit diesem Tag ist Klassik wieder massentauglich.

Der 65jährige Plácido Domingo ist das verbindende Element der beiden Großereignisse. Auch heute noch steht er auf den großen Bühnen und ist der einzige der drei Tenöre, der künstlerisch überlebt hat. José Carreras konnte zwar schwere Krankheiten überwinden, doch seine einst grandiose Stimme ist nur noch ein trauriges Abbild vergangener Tage. Auch Luciano Pavarotti vollbringt seit langem nicht mehr die Sensationen, die ihn einst zum Superstar machten. Gestern mußte er sich wegen seiner Krebserkrankung einer Notoperation unterziehen, auf Bühnen hat man ihn schon lange nicht mehr gesehen.

Doch Domingo hat sich seine Stimme nicht ruiniert. Noch immer genügen seine Klangfarben hohen Ansprüchen, sind seine Töne Zeugnis für Kraft und Innigkeit. Natürlich ist da nicht mehr die Strahlkraft aus anderen Zeiten, und so hat er sich seine Stücke mit Bedacht ausgesucht. Aber es spricht für ihn, daß er sich uneitel mit seinem Nachfolger Villazón eine Bühne teilt. Allein Domingos Anwesenheit verzückt das Publikum, weil es hier erneut Zeuge eines kleinen Weltwunders werden kann. Trotz geringer musikalischer Unebenheiten - der Zauber Domingos wirkt noch immer.

Rund 20 000 Menschen sind am Freitag abend in die Berliner Waldbühne gekommen und wollten, wenn Deutschland schon nicht Weltmeister wird, ein weltmeisterliches Konzert mit den drei größten Stimmern unserer Zeit erleben.

Nicht unbescheiden wurde es als "Konzertereignis des Sommers" gepriesen. In der Tat, im Klassik-Geschäft dürfte es schwerfallen diese Besetzung zu überbieten. Denn Netrebko, Domingo und Villazón sind im Moment in Sachen Popularität tatsächlich das Nonplusultra des klassischen Gesangs. Und es ist das erste Mal, daß sie gemeinsam auf einer Bühne stehen, begleitet vom durchaus inspirierten Orchester der Deutschen Oper Berlin unter der Leitung von Marco Armiliato.

Daß die drei Gesangswunder überhaupt ihre Kunst zeigen können, ist ein überaus günstiger Umstand. Noch zwei Stunden vor Beginn blitzte, donnerte und regnete es so sehr, daß sich selbst Punkrocker nicht auf die Bühne getraut hätten. Doch pünktlich um halb acht herrschte Ruhe. Dabei blieb es. Konzertveranstalter Peter Schwenkow wird sein Glück heute noch nicht fassen können.

So konnte auch die Prominenz, darunter FDP-Chef Guido Westerwelle, Fußball-Idol Günther Netzer und Schauspieler Mario Adorf, noch rechtzeitig eintreffen. Und die ZDF-Übertragung war gesichert, im übrigen auch für Österreich, Norwegen, Frankreich, Italien, Mexiko, Indien, Afghanistan und ganz Südamerika. Ein paar Millionen Zuschauer werden da schon zusammengekommen sein.

Netrebko und Villazón sind noch nicht so weit wie Domingo. Sie sind jetzt dort angekommen, wo es im Alter von 34 Jahren viel weiter nicht mehr geht. An einem Punkt, wo man eigentlich nur noch abstürzen kann. Am Potential ihrer Stimmen zweifeln nur noch ganz wenige, ihre äußeren Vorzüge stehen außerhalb jeder Diskussion. Netrebko symbolisiert in ihrer Kunst wie keine zweite die Verbindung von Können, Ausstrahlung und Natürlichkeit. Als Werbe-Ikone ist sie zur Zeit geradezu erschreckend präsent. Villazón ist das perfekte männliche Gegenstück. Mal herumalbernder Mexikaner, mal trauriger Clown - am Ende berührt er alle. Allein mit den Bewegungen seiner Augenbrauen kann er Geschichten erzählen. Solche Protagonisten braucht die große Oper.

So verwundert es nicht, daß Netrebko und Villazón diesmal gerade bei Puccini ihre besten Augenblicke erleben. Da jubeln die Massen, die Fanclubs toben, sogar eine Mexiko-Fahne wird geschwenkt. Lehárs Edel-Operetten hätte Netrebko dagegen bleibenlassen sollen. Das Doppelbödige bei "Meine Lippen küssen so heiß" gelingt ihr nicht. Zu bemüht wirkt die Persiflage.

Aber wer will ihr solche Kleinigkeiten verdenken? Das "Gipfeltreffen der Stars" ist am Ende das, was es versprochen hatte: Der Klassik-Höhepunkt dieses Jahres. Dennoch, der Abend in der Waldbühne bleibt nur ein Remake. Eine Revolution war er leider nicht. Friedrich Pohl

Singen und Kicken: Wie Opernstars und Fußballer ein Erfolgsbündnis eingingen

Original

- Am 7. Juli 1990 traten die seinerzeit wohl berühmtesten Tenöre Plácido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras gemeinsam in Rom auf. Rund 6000 Zuschauer verfolgten das Spektakel vor Ort, bis zu eine Milliarde Menschen waren es an den Fernsehgeräten. Am gleichen Tag wurde Deutschland Weltmeister. Die Gagen wurden an wohltätige Institutionen gespendet.

Wiederholungen

- Später traten die drei vor immer größeren Zuschauermengen in Los Angeles (1994) und Paris (1998) auf. Sogar eine eigene Tournee wurde organisiert. CDs und Videos mit Aufnahmen der Konzerte zählen zu den am besten verkauften des Klassik-Markts.

Kopien

- Im Fahrwasser der "Drei Tenöre" versuchen zahlreiche Formationen an den Erfolg der Originale anzuknüpfen. In Deutschland gelang das vor allem der Gruppe "Die drei jungen Tenöre", die sich nach einem Prozeß in "Die jungen Tenöre" um-benennen mußten. Weitere ähnliche Formationen sind: "Die zehn Tenöre", "Die drei Soprane", "Drei Tenöre und ein Sopran", "Drei irische Tenöre", "Drei kanadische Tenöre" oder die "Teñoritas".

Kritik

- Manche werfen den "Drei Tenören" den Ausverkauf der klassischen Musik vor. Einerseits weil die Konzerte mit leicht zugänglichen Ausschnitten aus Opern, Operetten und Musicals bestritten würden. Andererseits, weil die Vermarktung des Ereignisses wichtiger sei als die Musik selbst.

Nach den Sommertagen jetzt der Wolkenbruch: Wassermassen stürzen auf Deutschland herab

Gewitter, Überschwemmungen, vollgelaufene Keller, stillgelegte U-Bahnen, Orkanböen, Tod durch Blitzschlag in Brandenburg, Ausnahmezustand in Berlin

Eigenlich Wollten Zehntausende am Freitag abend in Berlin zu einem WM-Konzert vor das Brandenburger Tor kommen. Statt dessen stand auf der Straße des 17. Juni das Wasser zentimeterhoch. Blitz, Donner, Orkanböen und heftige Regenfälle hatten den Organisatoren der WM-Party einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zwischen 17 und 18 Uhr fielen in Teilen Berlins mehr als 30 Liter pro Quadratmeter - die Party mußte abgesagt werden, der Ausnahmezustand wurde offiziell ausgerufen. Insgesamt mußten Polizei und Feuerwehr der Hauptstadt 1190mal ausrücken, U-Bahnhöfe standen unter Wasser, Dächer wurden beschädigt. Besonders schwer traf es die Bewohner eines sechsstöckigen Wohnhauses in Berlin-Lichtenberg. Sie mußten gestern ihre Wohnungen verlassen, da das Haus komplett unterspült war und einzustürzen drohte.

Auch in anderen Teilen Deutschlands hatten die Regenfälle für Überschwemmungen gesorgt. Im brandenburgischen Eichwalde wurde am Freitag abend ein Mann vom Blitz erschlagen. Der 47jährige war leblos im Freien gefunden worden. Im nordhessischen Korbach fielen am Freitag abend in einer halben Stunde 60 Liter Wasser pro Quadratmeter. Das ist die Menge, die durchschnittlich im gesamten Monat Juli fällt. Zahlreiche Tiefgaragen und über 100 Keller standen unter Wasser. Mehr als vierzig Autos blieben im Wasser liegen.

Auch im benachbarten Bayern wurden mehr als 100 Häuser überflutet und Straßen überschwemmt. Von den Unwettern waren vor allem die niederbayerischen Landkreise Straubing-Bogen und Deggendorf betroffen. In den oberbayerischen Landkreisen Berchtesgaden und Traunstein machten entwurzelte und umgestürzte Bäume viele Straßen unpassierbar.

Schwere Unwetter mit Überflutungen und Blitzeinschlägen gab es am Freitag auch in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. In Mainz und Umgebung mußten die Einsatzkräfte gut 50mal ausrücken, auch hier wurde niemand verletzt. Eine Kunstgalerie mit wertvollen Ausstellungsstücken mußte trockengelegt werden. In Stuttgart wurde eine Frau durch einen Blitz verletzt. Er hatte vermutlich in einen Bauzaun eingeschlagen, dessen Tor die 22jährige gerade öffnete.

Österreich blieb von den Unwettern ebenfalls nicht verschont. Die Orte Feldkirchen und Aschach an der Donau wurden durch die Niederschläge fast vollständig unter Wasser gesetzt. In Aschach brachten der Regen ein Hallendach zum Einsturz, niemand wurde verletzt.

"Vielleicht weint der Himmel ja um Deutschlands Fußball", sagte eine Berliner Radiomoderatorin am Freitag abend. Sollte es so gewesen sein, dann hat sich der Himmel wieder beruhigt: Die Aussichten für das Finalspiel sind gut. Die Temperatur dürfte beim Anpfiff der Partie Italien gegen Frankreich in Berlin etwa 25 Grad betragen. dpa

Artikel erschienen am 9.7.2006 - WELT am SONNTAG


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